Besucherforschung und Didaktik: Ein museumspädagogisches by Annette Noschka-Roos

By Annette Noschka-Roos

Erkundungen im museumspädagogischen Wald "In pädagogischen Hainen und Fluren zu lustwandeln ist verlockend, aber nicht ungefährlich. guy kann dort ausgleiten oder in die Irre gehen." Die­ ses Zitat des tschechoslowakischen Museumswissenschaftlers STRANSKY (1982a, S. forty five) über die Museumspädagogik wird aufgegriffen und metaphorisch leicht variiert: Der vorliegende Bericht will zu einem Waldspaziergang einladen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Es lohnt sich! Es wartet ein Zauberwald mit exotischen Vögeln, einmaligen Pflanzen, widerspenstigem Gestrüpp und einsam blühenden Gewächsen. Manche blühen jahraus jahrein, anderen ist nur ein kurzes Gastspiel beschieden. Je nach Begegnung ist guy verzaubert oder behext und versteht die Welt (bzw. den Wald) nicht mehr. Im ersten Fall wird guy freudig darin weiterschreiten und sich vielleicht an einem ausgewählten Ort niederlassen. Im zweiten Fall wird guy versuchen zu fliehen und in wilder, verärgerter Flucht so manch schöne Pflanze niedertrampeln. Manchmal findet guy Hexenmeister im Wald, die, von ihren magischen Kräften überzeugt, glauben, den Wald unter Kontrolle zu haben. Doch keine Angst, sie können dem Wald nichts antun. Schade ist nur, daß dem zunächst interessierten Betrachter auf diese Weise der Zauber des Waldes genommen wird, indem guy ihn verhext, sich verirren läßt und ihn somit von weiteren Besuchen abhält.

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S. 47). Ein anderes Problem des RoHMEDERsehen Modells, das KUNTZ (1981, S. 29 Wissenschaftstheoretisch ist die Verknüpfung von KLINGBERG, einem marxistischen Didaktiker, und VON CUBE, der sich am Kritischen Rationalismus orientiert, äußerst pikant. Zur Frage der wissenschaftlichen Legitimation von Zielsetzungen führt F. VON CUBE aus: "Nun könnte man den Streit darüber, ob Zielsetzungen als Wissenschaft gelten sollen oder nicht, als belanglos abtun. Tatsächlich ziehen die unterschiedlichen Wissenschaftsbegriffe jedoch weitgehende Konsequenzen nach sich: Während im Kritischen Rationalismus die Zielfrage nur politisch diskutiert, eregelt und verantwortet werden kann, fallen sie beim geisteswissenschaftlichen Ansatz in den Kompetenzbereich der Wissenschaft" (1980, S.

Dabei übersehen sie allerdings, daß in der Wahl der theoretischen Bezüge ebenfalls eine willkürliche Setzung liegt. Warum - um nur ein Beispiel zu nennen - wird nicht die Kommunikationswissenschaft als Bezugswissenschaft herangezogen, da das Museum nicht nur als Lernort betrachtet werden kann, sondern nach TREINEN (1981; 1988) charakteristische Elemente eines Massenmediums enthält? 14). Eine solche Eingrenzung ist erziehungswissenschaftlich nicht zu vertreten und stellt zudem die Tatsache auf den Kopf, daß Erwachsene zum großen Teil das Museumspublikum bilden, und Kinder wie Jugendliche darin auch vertreten sind.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß KUNTZ für die integrative 52 Funktion der Museumspädagogik zwei Ebenen miteinander verknüpft betrachtet: Hinsichtlich der Sammlungsbestände sollen durch interdisziplinäre und wissenschaftlich begründete Forschungs- und Fragestellungen Ergebnisse erzielt werden, die sich in der Präsentation als einem Konzept des historischen Alltags niederschlagen. Durch einen Transfer zum Besucheralltag wird mit der Darstellung historischer Zusammenhänge oder Vergleiche eine Aufklärung im Sinne des exemplarischen Lemens nach NEGT (1971) gefordert.

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