Das Mikro-Makro-Modell der soziologischen Erklärung: Zur by Jens Greve, Annette Schnabel, Rainer Schützeichel

By Jens Greve, Annette Schnabel, Rainer Schützeichel

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Diskussion eines (oder des?) leitenden Paradigmas der Soziologie. Dieses Modell trägt der Forderung des methodologischen Individualismus Rechnung, Veränderungen von Makro-Phänomenen über den Umweg der Mikro-Ebene, additionally über die Entscheidung von Akteuren, sowie deren Aggregation zu erklären. Im Mittelpunkt steht dabei die those, dass vornehmlich die Makro-Phänomene von soziologischem Interesse sind, diese aber eben nur durch die Rückführung auf das Handeln individueller Akteure vollständig aufzuklären seien. Der vorliegende Band unterzieht dieses Modell einer kritischen Würdigung und will zu einer offenen Diskussion der Vor- und Nachteile dieses Paradigmas einladen. Die Beiträge setzen sich dabei neben der mit dem Modell verbundenen Methodologie und deren Grundlagen auch mit der Frage auseinander, in welchem Sinne die „Badewanne“ als eine umfassende Sozialtheorie verstanden werden kann.

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Mit Realisierung ist gemeint, dass es eine Konstellation der basalen Elemente gibt, die dem Muster der emergenten Eigenschaften in einer bestimmten Weise entspricht. Eine Gruppe beispielsweise kann nicht unabhängig von Individuen existieren, die sich in einer bestimmten Konstellation befinden. In der Philosophie des Geistes wird diese These der Abhängigkeit ›höherstufiger‹ Phänomene von ihrer Basis über die These der Supervenienz formuliert: 1. Wenn sich mentale Eigenschaften ändern, so muss sich auch etwas an den physikalischen Eigenschaften ändern.

Armstrong, David Malet (2005): Sachverhalte, Sachverhalte. Berlin: Xenomos. Blau, Peter (1960): Structural Effects. In: American Sociological Review 25: 178-193. Dretske, Fred (1993): Mental Events as structuring causes of behaviour. ): Mental Causation. Oxford: Oxford University Press, S. 121-136. Esser, Hartmut (1999): Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 1. Situationslogik und Handeln. Frankfurt am Main/New York: Campus. Esser, Hartmut (2000): Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 2. Die Konstruktion der Gesellschaft.

Nun könnte man auch die Position vertreten, dass sich Handlungsgesetze zwar niemals ändern, dass nur ein universal gültiges Handlungsgesetz existiert, dass aber die Bedürfnisse kulturell stark variieren können. Damit könnte die These vertreten werden, dass kulturell oder strukturell emergente Relationen abwärtsverursachend auf die Bedürfnisstruktur menschlicher Akteure wirken, das Handlungsgesetz dabei aber invariabel bliebe. Dies wäre formal ein moderater methodologischer Individualismus, material ein moderater methodologischer Holismus.

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