Die EU lesen: Diskursive Knotenpunkte in der britischen by Thomas Diez

By Thomas Diez

Die britische Europapolitik ist eines der am häufigsten untersuchten Themen der Außenpolitikforschung. Dabei konzentrieren sich die meisten Arbeiten auf die Erklärung eines vorherrschenden Euroskeptizismus. Das Buch betont demgegenüber, daß die britische Europadebatte zumindest seit den sechziger Jahren von einer Vielzahl von Konstruktionen des Regierens in Europa geprägt ist, die sich in ihren zugrundeliegenden Legitimationskriterien unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen dabei verschiedene Ausprägungen des Leitbilds einer "Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft", die sich vor allem über ihre ökonomische Leistungsfähigkeit legitimiert.
Die Studie verortet diese unterschiedlichen Lesarten der european in einem diskursiven Geflecht von Metanarrativen, die den jeweiligen Legitimationskriterien einen Sinn verleihen und ganz unterschiedliche Konzeptualisierungen der traditionellen Erklärungsfaktoren für Euroskeptizismus ermöglichen. Daraus resultiert ein Bild der britischen Europadebatte, das weitaus differenzierter ist, als es landläufig erscheint.

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Dieses "Auftauchenlassen" ist notwendigerweise wiederum eine Konstruktion. Dabei mögen unterschiedliche Konstruktionen unterschiedlich plausibel sein; die Plausibilität hingegen hängt von bestimmten Prämissen ab, unter 13 14 Dies ist notwendig, weil aufgrundder Kosten-Nutzen-Maximierungsannahmeder jeweilige Akteur eine Kalkulation vornehmen muß, die die bewußte Präferenzordnung voraussetzt. Es handelt sich hier um eine Variante des sogenannten "Letztbegründungsarguments". Danach muß derjenige, der argumentieren will, sich zwingend auf die Regeln der Argumentation einlassen, auch wenn er sie in seiner Argumentation bestreitet.

Die Ausgestaltung von Anarchie wird damit selbst zum Gegenstand staatlichen Handeins und ist nicht (wie bei Waltz) die unsichtbare, ordnende Hand (Wendt 1987, 1992). Der Vorteil, der in einer solchen Konzeptualisierung insbesondere gegenüber dem Waltz'schen Neorealismus gesehen wurde, war also, daß man die Realität des internationalen Systems nun beschreiben konnte als in einem Interdependenzverhältnis mit den Handlungen seiner Mitglieder stehend- was wiederum zur Folge hatte, daß weder der anarchische Charakter des Systems noch die Staatlichkeit seiner Elemente als gegeben hingenommen werden mußten.

Vgl. aber auch Christiansen/Jmgensen/Wiener 1999, die Konstruktivismus als ein zwischen den Polen rationalistisch und reflexiv oszillierendes Feld konzeptualisieren. 37 europäische Integration nicht in das dort lange vorherrschende Modell zu passen scheint, das eine Welt von Staaten zeichnet, die in einem anarchischen System wie Billardkugeln aufeinandertreffen (Wolfers 1967). Diesem Bild zufolge kam es auf die Kunst der Außenpolitik an, Kollisionen zu vermeiden. Der Schwerpunkt der Analyse lag also auf den Handlungen von Staaten oder "Staatsmännern".

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