Doppelt benachteiligt?: Leben in einem deutsch-türkischen by Jörg Blasius, Juergen Friedrichs, Jennifer Klöckner

By Jörg Blasius, Juergen Friedrichs, Jennifer Klöckner

Die those von der doppelten Benachteiligung ist die grundlegende Annahme in der Literatur über die Auswirkungen der Kontexteffekte armer oder benachteiligter Wohngebiete auf die Bewohner/innen. Diese those wird in einer repräsentativen Befragung deutscher und türkischer Bewohner von Köln-Vingst/Höhenberg untersucht, ergänzt um qualitative Interviews. Zunächst wird die interne Differenzierung des Gebietes untersucht und daran anschließend die Strategien der Alltagsbewältigung der deutschen und türkischen Bewohner/innen sowie ihre Netzwerke und das soziale Kapital. Zur Verhandlung steht des Weiteren die Frage, in welchem Ausmaß abweichendes Verhalten wahrgenommen wird. Für die einzelnen Verhaltensbereiche werden zahlreiche Hypothesen getestet. Bei den deutschen Befragten kann eine doppelte Benachteiligung nachgewiesen werden. Für die türkischen gilt sie nur eingeschränkt. Die türkischen Bewohner eines benachteiligten Gebietes können offenbar Krisensituationen besser bewältigen.

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Für die Panelbefragung im Jahr 2006 wurden jene 2004 gestellten Fragen nicht wiederholt, von denen nur wenige Änderungen erwartet wurden und deren Erhebung sehr aufwendig war, Fragen zum sozialen Netzwerk und zu den Essgewohnheiten, einige andere wurden neu aufgenommen, so z. B. zu Veränderungen im Viertel zwischen 2004 und 2006 (der Fragebogen ist im Anhang des Buches wiedergegeben). Der Fragebogen wurde für beide Erhebungsjahre ins Türkische übersetzt. Bei der vorangegangenen Studie haben wir festgestellt, dass die Verweigerungsquote bei türkischen Frauen stieg, wenn die Befragung von männlichen Interviewern durchgeführt wurde.

Deutliche höhere Kriminalitätsbelastungen bestehen in den anderen drei Teilgebieten – und hier gibt es auch eine Differenzierung nach den beiden ethnischen Gruppen. Während von den 76 Türken, die in Vingst (VI) leben, 53,9 % in stark belasteten Gebieten ihren Wohnstandort haben, sind es von den 192 Deutschen, die in diesem Viertel leben, „nur“ 17,2 %. Nicht ganz so deutlich, aber in die gleiche Richtung gehen die entsprechenden Werte für Höhenberg Süd (HS) und die Schwedensiedlung (SW): Auch hier ist der jeweilige Anteil der türkischen Bevölkerung, die in stark belasteten Gegenden leben, höher als jener der deutschen.

Auch mit diesen Ergebnissen kann der Befund von Friedrichs und Blasius (2000) bestätigt werden, wonach die türkischen Bewohner immer noch nicht die gleichen Chancen im Beschäftigungssystem haben wie die Deutschen, die strukturelle Integration (Esser 1980: 209-235, 2000: 272-279) ist noch nicht abgeschlossen. 000,- € und mehr, Wohndauer: 10 Jahre und mehr, beim Haushaltstyp entfallen die Ausprägungen verwitwet und zusammenlebend (mit und ohne Kinder). 5 Soziodemographie von Mietern und Eigentümern Die Kosten für Wohnungs- bzw.

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