Gebrauchsanweisung für die Bretagne by Jochen Schmidt

By Jochen Schmidt

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Vernetztes Wissen: Organisationale, motivationale, kognitive und technologische Aspekte des Wissensmanagements in Unternehmensnetzwerken

Martin Ahlert, Günther Blaich und Jan Spelsiek untersuchen, inwiefern motivationale Aspekte des Wissenstransfers, den move von Wissen beeinflussende Faktoren und technologische Aspekte zusammengeführt werden können, um als foundation zur systematischen Gestaltung des Wissenstransfers zu dienen. Sie entwickeln eine courting administration Balanced Scorecard zur Gestaltung und Evaluierung des Wissenstransfers in Unternehmensnetzwerken.

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Essen ist der Sex des Alters, hieß es irgendwo. Dann fange ich ja früh damit an. Immerhin ekle ich mich doch ziemlich vor diesen Langusten mit ihren langen Fühlern und den schwarzen Augen, die aus dem Schädel herausragen. Ich bekomme es auch nicht hin, sie zu öffnen und zerhacke die Panzerung. Einer meiner größten Triumphe im Studium war, als ich meine französische Lektorin darauf hinweisen konnte, daß es bei Crevetten décortiquer und bei Bohnen écosser heißt, sie hatte das verwechselt. Daraufhin mußte ich in der mündlichen Prüfung fast nichts mehr sagen.

Sogar die Bankfiliale macht auf Bauernhaus. Wenn man etwas fotografieren will, das nicht wie für Ansichtskarten zurechtgemacht aussieht, muß man den Fokus benutzen und ins Detail gehen. Ein paar Steinbänke und Töpfe vor einer Eingangstür sehen immerhin ganz echt aus. Ich knipse die hohen Stufen am Friedhofseingang, die verhindern sollen, daß die Korrigans, kleine Zwerge und Trolle, zu den Gräbern der Toten können. Die Korrigans haben sich im Gegensatz zu den Touristen wenigstens versteckt. Gegen die brauchten Orte wie Locronan eigentlich viel höhere Barrieren.

Ich muß von steilen Klippen gucken und mich in den märchenhaften Wäldern im Landesinneren verlaufen. Ich kann mich vom Musée de la Résistance Bretonne bis zum Honigmuseum immer tiefer in die Region einarbeiten, ich kann Meeresaquarien besuchen, an kilometerlangen Stränden den Wellen zusehen, ich muß die tour des calvaires machen, um wenigstens ein halbes Dutzend der mittelalterlichen calvaires mit ihren seltsam realistischen Figurensammlungen zu studieren. Natürlich muß ich, um von der einen zur anderen Sehenswürdigkeit zu gelangen, möglichst nur Straßen benutzen, die auf der Michelin-Karte grün markiert sind, denn dort ist die Aussicht am schönsten.

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